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Strategisches Lieferantenmanagement

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Im Leitfaden "Strategisches Lieferantenmanagement" erfahren die Leser neben allgemeinen Informationen zum Thema auch in Managementsysteme im Lieferantenmanagement ein. Herausgegeben wurde der Leitfaden vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.

2.5 Rechtliche

2.5 Rechtliche Rahmenbedingungen Genau genommen müssen keinerlei rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein, um Lieferantenmanagement betreiben zu dürfen. Je enger jedoch die Zusammenarbeit mit einem Lieferanten ist, desto eher müssen rechtliche Regelungen erfolgen. Beispielhaft werden im Folgenden zwei Instrumente näher erläutert. Geheimhaltungsklauseln Geheimhaltungsklauseln sollen dem Schutz vertraulicher Information dienen, die der Lieferant vom Unternehmen erhält. Dies können zum Beispiel. vertrauliche Unterlagen oder Verhandlungsinhalte und -ergebnisse sein. Es bietet sich an, solche Informationen bereits im Vorfeld von Vertragsverhandlungen mit dem Vertriebspartner zu schützen. Qualitätssicherungsvereinbarungen Qualitätssicherungsvereinbarungen (QSV) sind Vereinbarungen mit Lieferanten, in denen alle notwendigen Produktspezifikationen, Ausführungsvorschriften, Merkmale, die für die Qualitätssicherung von besonderer Bedeutung sind, sowie die bereitzustellenden Zertifikate, Prüfzeugnisse usw. produktbezogen definiert und detailliert beschrieben werden. 8 Eine QSV enthält zum Beispiel ppm-Werte (Fehlerrate; „parts per million“), Cpk-Werte (Prozessfähigkeitsindex) oder Preise pro Reklamationsvorgang. Die Inhalte sind jedoch stark abhängig vom Produkt. Positiv an dieser Vorgehensweise ist, dass bei eventuell auftretenden Problemen bereits im Vorfeld die Schadensregulierung festgelegt werden kann. Außerdem erfolgt aufgrund einer abgeschlossenen QSV oft keine oder nur noch eine stichprobenartige Wareneingangsprüfung, das heißt es erfolgt eine Art Verlagerung. Vollständig kann diese jedoch nicht auf den Lieferanten verlagert werden. 2.6 Zuständigkeiten In vielen Fällen übernehmen die strategischen Einkäufer die Funktion des Lieferantenmanagements, das heißt es existiert keine eigene Stelle. In den anderen Unternehmen sind sogenannte Tandems, bestehend aus einem strategischen Lieferantenmanager aus der Qualitätsabteilung sowie einem strategischen Einkäufer, zuständig für das Lieferantenmanagement. Ein weiteres Beispiel sind Lieferantenentwickler, die dem Einkauf zugeordnet sind. Wichtige Schnittstellen sind hier dann u.a. Fertigung und Qualität sowie der operative Einkauf als unterstützende Funktion. Die organisatorische Zuordnung des Lieferantenmanagements ist eine Frage der Philosophie jedes einzelnen Unternehmens. Unterstützt wird der Einkauf in manchen Fällen durch einen EDV-Verantwortlichen, der operative Aufgaben übernimmt, zum Beispiel die Datenpflege oder das Nachhalten von Zertifikaten. Die Anforderungen an einen Mitarbeiter im Lieferantenmanagement unterscheiden sich von denen an einen strategischen Einkäufer, da ein höheres technisches Verständnis notwendig ist. Wie auch immer die Zuständigkeiten in den jeweiligen Unternehmensbereichen verteilt sind, die Verantwortung für die Einführung und Etablierung liegt beim Einkauf. Allgemeine Vorgehensweisen im Lieferantenmanagement (zum Beispiel die Definition von Prozessen) werden meist von einem Team, bestehend aus Einkauf, Qualitätsmanagement und Produktentwicklung, festgelegt. 2.7 Abgrenzung des Anwendungsbereichs Bei der Abgrenzung des Anwendungsbereichs sollte zunächst die Fragestellung geklärt werden, ob alle Aktivitäten im Lieferantenmanagement bei allen Lieferanten Anwendung finden oder ob hier eine Differenzierung stattfindet. 8 Wirtschaftslexikon24, http://www.wirtschaftslexikon24.com/e/qualit%C3%A4tssicherungsvereinbarung-qsv/qualit%C3%A4tssicherungs vereinbarung-qsv.htm (letzter Aufruf: Juli 2017) 8

In der Regel findet Lieferantenmanagement statt bei: A-Lieferanten kritischen Lieferanten (diejenigen, die einen kritischen Einfluss auf das Geschäft, das Produkt oder die Produktion haben) neuen Lieferanten (zum Beispiel neue Technologien beziehungsweise neue Dienstleistungen) Damit die Grundkriterien erfüllt sind, werden gewisse Fragestellungen bei allen Lieferanten betrachtet. Darauf aufbauend wird zwischen einem aktiven und einem passiven Lieferantenmanagement unterschieden. Aktives Lieferantenmanagement wird dabei nur für die strategischen Lieferanten angewendet (zum Beispiel ein Besuch pro Jahr als Vorgabe). Passives Lieferantenmanagement hingegen findet Anwendung bei Standardlieferanten oder weniger kritischen Lieferanten. Hier werden im Vorfeld keine regelmäßigen Besuche oder gemeinsamen Aktivitäten vereinbart, wie es in strategischen Partnerschaften der Fall ist. Allgemeines zum Lieferantenmanagement 9

Sammlung

PCP vs. Innovationspartnerschaft
Strategisches Lieferantenmanagement
Innovationspolitische Eckpunkte
Anwendung von Werkzeugen der innovativen öffentlichen Beschaffung in der Praxis - Eine Analyse der TED-Datenbank

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