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Strategisches Lieferantenmanagement

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Im Leitfaden "Strategisches Lieferantenmanagement" erfahren die Leser neben allgemeinen Informationen zum Thema auch in Managementsysteme im Lieferantenmanagement ein. Herausgegeben wurde der Leitfaden vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.

Überprüfung der

Überprüfung der Nachhaltigkeit in der Lieferkette Mit der steigenden Berichtspflicht gegenüber Kunden, Behörden, Investoren, Mitarbeitern und NGO in CSR-Fragen ist auch ein Verbesserungspotenzial verbunden. Die kontinuierliche Überprüfung von Maßnahmen wirkt Gefahren wie Imageverlust, Lieferausfällen, Sanktionen/Strafen und Rückrufkosten entgegen. Zudem können Unternehmen dadurch Risiken entlang der Lieferkette erkennen, bewerten und proaktiv dagegen vorgehen. Assessments/Audits Die Prüfung der Nachhaltigkeit kann durch Audits erfolgen, die nach einem definierten Regelwerk aufgebaut und an Normen gebunden sind. Jedoch haben die einzelnen Zertifikate eine unterschiedliche Aussagekraft. Wenn die Einhaltung der Pflicht von dritten unabhängigen Parteien kontrolliert wird, steigt dadurch das Vertrauen im Vergleich zu Kontrollverfahren, die nur von einer Branche oder einem einzelnen Unternehmen entwickelt wurden. Zwar deckt ein Audit nicht alle umweltrelevanten und sozialen Prozesse ab, weil immer noch ein geringes Restrisiko besteht. Jedoch unterstützt ein Audit eine transparente Berichterstattung, indem anhand klar definierter KPI die Einhaltung/Erfüllung sowie die Umsetzung von Sanktionen bei Nichterfüllung des Regelwerks geprüft und dokumentiert werden. Unternehmen, die sich an einem Standard orientieren möchten, können international anerkannte Normen für Managementsysteme und Leitfäden nutzen, wie beispielweise: Sustainable Excellence Sustainability Balanced Scorecard Umweltstandards – ISO 14001 & EMAS Sozialstandard – SA 8000 Qualitätsstandard – ISO 9000 Nachhaltigkeitsrichtlinie – ISO 26000 Eine Auditierung sorgt für genügend Transparenz, Vergleichbarkeit und eine Bewertung der unterschiedlichen Unternehmen und beeinflusst die Organisation auch unabhängig von Prüfungen. Damit bietet sie einen Anreiz, das System aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln. Christiane Hamenstädt Corporate Procurement K+S Aktiengesellschaft Tobias Kirchner Supplier Development Hottinger Baldwin Messtechnik GmbH 44

Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil des Lieferantenmanagements Überprüfung und Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung mit EcoVadis Mittlerweile bestehen in den meisten Unternehmen interne Richtlinien, Kodizes und Prozesse, an die sich alle Mitarbeiter halten müssen und die den Zweck haben, das Unternehmen vor Reputationsschäden und Wertverlust durch nonkonforme Handlungen zu schützen. Nachhaltigkeit wächst hier ebenso wie Compliance zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil heran. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen und Berichtspflichten für die Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit und globale Verantwortung. Die Dringlichkeit einer Nachhaltigkeitsstrategie steigt stetig und rückt auch immer mehr in den Fokus der Stakeholder. Nachhaltigkeit in der Beschaffung Nachhaltigkeit im Einkauf Für Einkaufsorganisationen lassen sich durch den Aufbau und die Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie eine Vielzahl von Nutzen und ROI identifizieren, insbesondere in den Bereichen Risikominderung, Markenschutz, Compliance sowie durch zusätzliche Möglichkeiten der Wertschöpfung und im Zugang zu neuen Märkten. Auch die Kostenkontrolle bei der Skalierbarkeit bei der Überprüfung von Lieferanten weltweit ist für den Einkauf ein wichtiger Faktor. Doch insbesondere in Einkaufsorganisationen steht oftmals noch trotz bestehender Strategie die Tür zu finanziellen und reputationsbezogenen Schäden weit offen. Eine der schwierigsten Aufgaben von Führungskräften in der Beschaffung ist die Gewährleistung, dass die Lieferkette des Unternehmens solide, zuverlässig und wettbewerbsfähig ist. Verstöße der eigenen Lieferanten gegen Gesetze und Nachhaltigkeitsstandards sowie durch Produktionsunterbrechungen drohen hier durch mangelnde CSR-Managementsysteme in der Lieferkette. Die Deutsche Telekom AG zum Beispiel überprüft laut ihrem veröffentlichten CSR-Report 2016 fortlaufend und in regelmäßigen Audits ca. 200 Lieferanten, die entweder strategisch besonders wichtig sind oder zu risikobehafteten Lieferantengruppen gehören. Im Jahr 2016 wurden laut CR Report der Telekom bei diesen Audits insgesamt 558 Verstöße gegen die Lieferantenanforderungen der Telekom aufgedeckt, darunter 17 inakzeptable und 197 kritische Vorkommnisse. Bis Jahresende 2016 konnte die Telekom durch eingeleitete Verbesserungsmaßnahmen bereits 468 dieser Verstöße, darunter 17 kritische, beheben. 32 Nachhaltigkeit in der Lieferkette Insbesondere bei internationalen Einkaufsorganisationen mit mehreren Tausend Lieferanten ist Vertrauen allein nicht mehr möglich und Selbstauskünfte längst nicht mehr ausreichend, um die Umsetzung und Einhaltung von Standards innerhalb der Lieferkette zu gewährleisten und potenzielle Risiken zu minimieren. Die Überprüfung und Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung von Lieferanten wird damit zum integralen Bestandteil des Lieferantenmanagements und des aktiven Risikomanagements. Nur so können, wie im Beispiel der Telekom, Missstände proaktiv behoben werden. Damit bietet die Umsetzung und Überprüfung von Nachhaltigkeitsstandards auf allen Ebenen die Grundlage zur Performanceverbesserung innerhalb der Lieferkette und unterstreicht damit die Kompatibilität nachhaltiger Beschaffung und Profitabilität/Rentabilität. Um die eigene Lieferkette in Bezug auf Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern, müssen Unternehmen bei ihren Lieferanten ansetzen und diese mit einbeziehen - und oftmals auch Überzeugungsarbeit leisten. Dabei wird Nachhaltigkeit auch für Lieferanten zunehmend zu einer Dringlichkeit und Notwendigkeit, um weiterhin langfristig am Markt bestehen zu können. Laut einer Studie die EcoVadis gemeinsam mit der HEC Paris in 2017 veröffentlicht hat und für die 133 internationale Unternehmen befragt wurden, haben bereits 91% dieser Unternehmen im Jahr 2013 Nachhaltigkeitskriterien in die Lieferantenauswahl integriert. 33 In Deutschland wurde des Weiteren in 2016 die Vergaberegelung abgeändert, sodass Nachhaltigkeitskriterien entscheidungsgebend sein können bei der Vergabe öffentlicher Aufträge. Auch bei Ausschreibungen wird das Thema vermehrt relevant und kann bei Nichterfüllung zum Ausschluss oder Wettbewerbsnachteil führen. Die Implementierung nachhaltiger Produktion wird damit zum Wettbewerbsvorteil für Lieferanten. Für Lieferanten ergeben sich durch Investigationen im Bereich Nachhaltigkeit 32 Corporate Responsibility Bericht 2016, Deutsche Telekom AG. 33 The 2017 Sustainable Procurement Barometer, HEC/EcoVadis 45

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