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Strategisches Lieferantenmanagement

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Im Leitfaden "Strategisches Lieferantenmanagement" erfahren die Leser neben allgemeinen Informationen zum Thema auch in Managementsysteme im Lieferantenmanagement ein. Herausgegeben wurde der Leitfaden vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.

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können, ermöglicht, bei Bedarf frühzeitig eingreifen und gegensteuern zu können. In Zeiten sich schnell ändernder Rahmenbedingungen empfiehlt es sich zudem, die gesetzten Ziele und Aktionspläne regelmäßig zu hinterfragen, ob Ziele noch ambitioniert genug oder realistisch sind und ob die richtigen Aktionen geplant oder unternommen wurden und ob sie noch im Einklang mit der Nachhaltigkeits- und Beschaffungsstrategie stehen. Kommunikation von Nachhaltigkeit in der Lieferkette Bei der Kommunikation von Nachhaltigkeit in der Lieferkette lässt sich zwischen interner und externer Kommunikation unterscheiden. Je nach konkreter Thematik sollten für einen oder beide Bereiche Kommunikationspläne erstellt werden. Externe Kommunikation Bei der externen Kommunikation von Nachhaltigkeit in der Lieferkette stehen meist die Lieferanten und Kunden im Fokus. Nicht zu vergessen ist allerdings auch eine allgemeine Kommunikation des Themas in Richtung sämtlicher externer Stakeholder. Für die meisten externen Stakeholder ist der jährliche Geschäftsbericht (entweder als integrierter Bericht oder mit separatem Nachhaltigkeitsbericht) neben der Webseite eines Unternehmens das Medium, um sich über die Ziele, Maßnahmen und den derzeitigen Umsetzungsstand von Nachhaltigkeitsinitiativen zu informieren. Bei der Kommunikation in Richtung der eigenen Lieferanten geht es in der Regel nicht nur um ein reines Informieren, sondern oftmals um eine konkrete Aufforderung, gewisse Standards einzuhalten und dies zu bestätigen, Prozesse anzupassen oder bestimmte Informationen zu liefern. Zentrales Dokument zur Kommunikation der eigenen Unternehmenswerte und Vorstellungen von fairen und nachhaltigen Geschäftspraktiken gegenüber den Lieferanten ist der Supplier Code of Conduct – im Deutschen oft auch als Verhaltenskodex für Lieferanten bezeichnet. Inhaltlich deckt dieser meist die folgenden vier Themenbereiche in unterschiedlicher Ausführlichkeit ab – meist in Abhängigkeit von Branche, Land, Lieferantenstamm, aber natürlich auch von der Strategie: Menschen- und Arbeitsrechte Umwelt Gesundheit und Sicherheit Geschäftspraktiken In der Regel enthalten die Dokumente darüber hinaus eine Aufforderung, die benannten Grundsätze an die vorgelagerte Lieferkette weiterzugeben und ihre Einhaltung bei den Sublieferanten sicherzustellen. Hier wird im Wesentlichen das Schneeballprinzip verfolgt, um die Lieferkette vom Rohstoff bis zum Endkonsumenten abzudecken. Zudem ist für gewöhnlich ein Abschnitt zur Überprüfung der Grundsätze durch zum Beispiel Audits enthalten. Wichtig ist, dass ein Supplier Code of Conduct mit Überprüfungs- sowie Entwicklungsmechanismen und -prozessen verknüpft ist, um die Einhaltung der festgehaltenen und kommunizierten Werte und Prinzipien zu überprüfen, zu verbessern, aber auch um glaubhaft zu bleiben. Zudem besteht die Möglichkeit, einige Nachhaltigkeitsaspekte ebenfalls durch vertragliche Vorgaben einzufordern. Darüber hinaus sollten die Nachhaltigkeit und die Nachhaltigkeitsbemühungen der Lieferanten auch ein Thema für Jahresgespräche sein und sogar als Faktor für Verhandlungen genutzt werden. Eine weitere Option ist die Ausrichtung von Lieferantentagen, um das eigene Nachhaltigkeitsprogramm vorzustellen, aber auch um sich untereinander auszutauschen. Im Rahmen einer solchen Veranstaltung gibt es auch die Möglichkeit, zum Beispiel einen Nachhaltigkeitspreis an einzelne Lieferanten zu verleihen und sie für ihr außerordentliches Engagement auszuzeichnen. Interne Kommunikation Im Fokus der internen Kommunikation stehen zum einen die unmittelbar von der Umsetzung der Maßnahmen betroffenen Einkaufseinheiten und auch der Vertrieb – zum anderen aber auch die gesamte Belegschaft, die einen Überblick über die vermittelten Werte und Vorstellungen erhalten sollte. 42

Für die Kommunikation an die umsetzenden Facheinheiten sind Schulungen zu Nachhaltigkeitsaspekten unabdingbar. Zudem sollte kommuniziert werden, wie einzelne Instrumente zu handhaben sind, zum Beispiel ein Supplier Code of Conduct, Nachhaltigkeitsfragebögen oder Beschaffungsentscheidungen anhand von Nachhaltigkeitskriterien. Darüber hinaus bieten sich Dokumentationen und Verfahrensanweisungen an, um Abläufe festzuhalten und zu kommunizieren, sowie Q&As, um auf häufig gestellte Fragen schnell eine Antwort zu finden. Diese Hilfsmittel unterstützten die eigenen Mitarbeiter im direkten Kontakt mit den Lieferanten und Kunden. Nachhaltigkeit in der Beschaffung (An-)Fragen zu Nachhaltigkeitsinitiativen können an die verschiedensten Stellen im Unternehmen gestellt werden, daher empfiehlt es sich, auch die gesamte Belegschaft über wichtige – besonders extern wirksame – Themen zu informieren. Für die Kommunikation an die gesamte Belegschaft bieten sich unter anderem folgende Maßnahmen an: Beitrag im Intranet oder der Mitarbeiterzeitschrift allgemeine Q&As im Fall von externen Anfragen Poster oder Informationen auf TV-Screens im Unternehmen Kommunikation eines zentralen Ansprechpartners für Nachhaltigkeit in der Lieferkette Messbarkeit und Reporting Wenn man sich als Unternehmen verpflichtet, einen Report über das Thema Nachhaltigkeit zu erstellen, kann dies durch eine integrierte Berichterstattung am besten abgebildet werden. Dabei sollte die finanzielle Berichterstattung mit dem Nachhaltigkeitsreport zusammengelegt werden. Hier ist die besondere Hürde, die KPI zu ermitteln und abzubilden. Es braucht Standards, die einen Vergleich zwischen Unternehmen, Branchen und Ländern zulassen, sowie eine solide Datenbasis. Nur so lässt sich wettbewerbsfähiges Benchmarking betreiben und abschätzen, ob die Nachhaltigkeitsstrategie zum Erfolg des Unternehmens beiträgt und wie die Veränderung Einfluss nehmen kann. Für manche Branchen/Bereiche existieren Standards, die sich an regulatorischen Anforderungen der Berichterstattung orientieren, so zum Beispiel die Global Reporting Initiative (GRI). Diese hat bereits 1999 die erste Fassung ihrer Leitlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung veröffentlicht. Dadurch entstand der Begriff „Nachhaltigkeitsbericht“, noch bevor die Europäische Union den Anstoß für Corporate Social Responsibility (CSR) gab. Auf europäischer Ebene wurde im Jahr 2014 die Berichterstattung ausgeweitet und eine Richtlinie dazu verabschiedet (2014/95/EU). Mit dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz wurde der Beschluss in deutsches Recht übernommen. Ziel der Richtlinie ist es, die Transparenz über soziale und ökologische Aspekte von Unternehmen in der EU zu erhöhen. Unternehmen müssen Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen sowie Menschenrechten und über die aktive Bekämpfung von Korruption und Bestechung vorlegen. Ab 2018 ist es Pflicht, dass kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern einen Bericht über nichtfinanzielle Belange verfassen müssen. Dabei müssen die oben genannten Informationen abgebildet und präventive Vorkehrungen sowie Maßnahmen zur Beseitigung festgelegt und überwacht werden, dies gilt bereits für das aktuelle Geschäftsjahr. Deren Entwicklung wird mithilfe von Kennzahlen analysiert. Lieferantenentwicklung/Überwachung der Maßnahmen Die Lieferantenentwicklung regelt den Ablauf für neue und bestehende Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten. Dies umfasst unter anderem die strategische Entscheidung hinsichtlich der Art und der Intensität der Zusammenarbeit mit dem Lieferanten sowie die Definition von spezifischen Zielvorgaben und Maßnahmen, um die Leistung des Lieferanten im Sinne des Unternehmens zu beeinflussen. Basis dieser Geschäftsbeziehungen sind Leistungskriterien hinsichtlich Nachhaltigkeit, Ethik und sozialer Verantwortung, außerdem hinsichtlich Qualität, Kosten, Technologie, Umwelt/Energie und Logistik. Die definierten Maßnahmen werden überwacht und ein kontinuierlicher Verbesserungsprozesses zur Entwicklung von Lieferanten etabliert. 43

Sammlung

PCP vs. Innovationspartnerschaft
Strategisches Lieferantenmanagement
Innovationspolitische Eckpunkte
Anwendung von Werkzeugen der innovativen öffentlichen Beschaffung in der Praxis - Eine Analyse der TED-Datenbank

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