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Strategisches Lieferantenmanagement

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Im Leitfaden "Strategisches Lieferantenmanagement" erfahren die Leser neben allgemeinen Informationen zum Thema auch in Managementsysteme im Lieferantenmanagement ein. Herausgegeben wurde der Leitfaden vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.

Compliance Der Begriff

Compliance Der Begriff „Compliance“ umschreibt die Einhaltung von ethischen Regeln und Gesetzen, also die Umsetzung eines normenkonformen Verhaltens. Zu den Compliance-Maßnahmen in den Unternehmen zählen: Compliance-Handbuch Benennung von Compliance-Beauftragten EDV-Systeme/Tools Code of Conduct Compliance-Schulungen Im Hinblick auf das Thema Compliance haben die Unternehmen insbesondere über Regelungen zum Umgang mit Geschenken und Einladungen von Lieferanten diskutiert. In den meisten Unternehmen wurden hierfür Obergrenzen definiert, die nicht überschritten werden dürfen. Geschenke und Einladungen sind zudem zu dokumentieren und transparent darzustellen. Compliance umfasst jedoch viel mehr. Es geht darum, Einhaltung sämtlicher gesetzlicher, vertraglicher, ethischer und sonstiger Pflichten sicherzustellen. Risikomanagement und Compliance verfolgen damit beide dasselbe Ziel: Schäden vom Unternehmen abzuhalten. Zudem besteht eine gegenseitige Abhängigkeit, da die Nichteinhaltung von Compliance ein Risiko für das Unternehmen darstellt. Innovative Supply Chain Risk Management und Business Continuity Lösungen für den Einkauf Lieferketten müssen agil und reaktionsfähig sein. Die zunehmende Anzahl von Partnern in der Lieferkette, unterschiedliche IT-Systeme, die miteinander verknüpft werden müssen, sowie das Risiko, die Kontrolle über die Lieferkette zu verlieren, sind kritische Faktoren für den Erfolg von Unternehmen. Diese begegnen den Anforderungen mit unterschiedlichen Maßnahmen. Sie weiten beispielsweise die Beschaffung auf globaler Ebene aus, um Einkaufspreise zu senken, oder sie verfolgen die Warenströme (Track & Trace). Damit lassen sich wichtige Ziele wie etwa die Bestandssenkung bei gleichzeitiger Steigerung der Versorgungssicherheit gewährleisten – trotz der konträren Ausrichtung. Lieferketten sind aber auch anderen Risiken ausgesetzt: Naturkatastrophen, weltwirtschaftliche und politische Einflüsse oder finanzielle Risiken können relevant für einen reibungslosen Warenstrom in den Lieferketten werden. Um den verschiedenen Risiken begegnen zu können, ist das Wissen über die Handhabung von Daten und Information sowie deren unternehmensinterne und unternehmensübergreifende Wirkung von Relevanz. Mithilfe von neuen Technologien können große Massen von Daten („Big Data“) gesammelt, analysiert und für den Anwender nutzbar gemacht werden. Die Firma Geocom hat eine modulare Supply Chain Risk Management (SCRM) Lösung auf Basis eines Geografischen Informationssystems (GIS) entwickelt, die es – unter Einbindung von ERP-Systemen und Realtime-Daten – ermöglicht, Vermögenswerte und Materialflüsse auf der Weltkarte zu visualisieren und mit verschiedenen Risikodaten (politische Risiken, Naturgefahren, finanzielle Risiken usw.) zu verschneiden und zu analysieren. Diese Risiken können damit qualitativ bewertet und die Auswirkungen auf die Lieferkette vorab erkannt werden. Somit können Unternehmen Strategien und Maßnahmen vordefinieren, damit sie im Ereignisfall umgehend und richtig handeln können. Supply Chain Risk Management zur Vermeidung von Betriebsunterbrechungen Bis vor einem halben Jahrzehnt wurden die Analyse und die Bewertung von Risiken, die sich auf die Supply Chain auswirken können, noch manuell durchgeführt, ohne Berücksichtigung von ERP-Daten, ohne Raumbezug, zum Beispiel der Lokalität des eigenen Werkes oder der eines Zulieferers, und ohne Visualisierung in einer Karte. Die räumliche Lokalisierung eines Risikos und dessen konkrete Überlagerung mit einem Lieferantenstandort oder Teilen der Supply Chain sind ist jedoch essenziell, um die Auswirkungen eines Ereignisses zu antizipieren und durch schnelles Agieren notwendige Anpassungen in der Lieferkette zu ermöglichen. 30

Dazu werden in der Regel die konkreten Adressen der Lieferantenstandorte zunächst geokodiert, das heißt mit geografischen Koordinaten versehen. Lieferantenstandorte und die resultierende Supply Chain können nun auf einer Weltkarte visualisiert werden. In einem nächsten Schritt wird die Lokalität oder die gesamte Supply Chain mit den Risiken, wie zum Beispiel Naturgefahreninformationen und/oder politischen und finanziellen Risikodaten, räumlich verschnitten, was letztendlich eine Bewertung in Ampellogik zum Ergebnis hat. Im Falle einer Rot-Bewertung können dann gemeinsam mit dem zuständigen Facheinkäufer risikominimierende Maßnahmen in Abhängigkeit von der Gefahr definiert werden, um Betriebsunterbrechungen zu vermeiden. Mögliche risikominimierende Maßnahmen umfassen beispielsweise den Aufbau von mehreren Wochenbeständen, die Splittung des Volumens auf mehrere Lieferanten oder Standorte sowie den Ausschluss der Force-Majeur-Klausel für diese Naturgefahren. Managementsysteme im Lieferantenmanagement Eine wechselseitige Synchronisierung mit den eingesetzten Business-Systemen (zum Beispiel SAP, Excel, QlickView) erlaubt es dem Facheinkäufer darüber hinaus, direkt die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen zu erkennen. Abbildung 14: Bewertung von Risiken in Ampellogik Supply Chain Risk Management für die Lieferantenbewertung im Ausschreibungsprozess Im Prozess der Lieferantenauswahl bietet das geografische Wissen über die Risikolage von Zulieferstandorten und die sie umgebenden geografischen Räumen maximale Transparenz. Mit der SCRM-Lösung von Geocom werden potenzielle Zulieferer mithilfe einer Korrelation von Risiko und Standort bewertet und gewichtet, woraus ein standortbezogener Risikoindex resultiert. Dieser automatisch berechnete Risikoindex kann durch die Integration von eigenen, unternehmensrelevanten Informationen weiter spezifiziert werden. Somit können konkrete Fragestellungen oder Kriterien automatisiert in den Entscheidungsfindungsprozess eingebunden und schließlich die Auswahl geeigneter Lieferanten optimiert werden. 31

Sammlung

PCP vs. Innovationspartnerschaft
Strategisches Lieferantenmanagement
Innovationspolitische Eckpunkte
Anwendung von Werkzeugen der innovativen öffentlichen Beschaffung in der Praxis - Eine Analyse der TED-Datenbank

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