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Strategisches Lieferantenmanagement

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Im Leitfaden "Strategisches Lieferantenmanagement" erfahren die Leser neben allgemeinen Informationen zum Thema auch in Managementsysteme im Lieferantenmanagement ein. Herausgegeben wurde der Leitfaden vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.

4 Managementsysteme im

4 Managementsysteme im Lieferantenmanagement 4.1 Risikomanagement & Compliance Risikomanagement Die zunehmende Globalisierung und die daraus resultierenden Global-Sourcing-Konzepte sowie vernetzte Lieferketten fordern ein strategisch aufgestelltes Risikomanagement. Werden die Aufgaben des strategischen Lieferantenmanagements nicht erfüllt, können sich daraus Gefahren und Risiken ergeben – vor allem Ausfall-, Preis- und Qualitätsrisiken. 26 Das Risikomanagement beschäftigt sich insbesondere mit den folgenden Risiken: Ausfallrisiken Nichteinhaltung von Compliance finanzielle Risiken Marktrisiken Qualität/Liefertreue geografische Risiken Umwelteinflüsse Technologie politische Risiken Abhängigkeiten Um einzelnen Risiken vorzubeugen, finden in den Unternehmen häufig lieferantenbezogene Einzelmaßnahmen statt, wie zum Beispiel: regelmäßiges Lieferanten-Scoring Einholen einer Finanzauskunft jährliche Risikobetrachtung (definierter Prozess) warengruppenbezogenes Risikomanagement Priorisierung der Risiken Maßnahmenkatalog Risiko-Richtlinien/Handbuch Szenarioanalyse Aufbau einer Systematik (jährliche Betrachtung): Eintrittswahrscheinlichkeit und Ausmaß bestimmter Risiken; Hinterlegung von Vorgehensweisen je Risikoart im Rahmen der Lieferantenbewertung: Risikobewertung für alle strategischen Lieferanten sowie Prüfung von Second-Source-Möglichkeiten Auch wenn die Folgen eines Ausfalls eines Tier „n“-Lieferanten für das eigene Unternehmen bedeutend sein können, ist eine vollständige Überwaschung der gesamten Lieferkette aus Transparenz- und Kapazitätsgründen nicht umsetzbar. Im Rahmen des Lieferantenmanagements gibt es aber immer mehr innovative Systeme, die durch eine Analyse der gesamten Lieferkette Risikopfade aufzeigen können. Der Vorteil der Nutzung elektronischer Tools mit automatischer Informationsfunktion liegt darin, dass man Informationen früher erhält und somit früher die Möglichkeit hat, darauf zu reagieren. Aber auch andere nichtelektronische Maßnahmen sind sinnvoll. Im Rahmen von externen Prüfungen des Unternehmens ist ein existierendes Risikomanagement ebenfalls von Vorteil. Als ein Beispiel sei hier die ISO-Norm 9001:2015 genannt, in die die Forderung nach einem systematischen Umgang mit Risiken und Chancen aufgenommen wurde. 26 Technik + Einkauf, Framework für ein strategisches Lieferantenmanagement (Ausgabe 05/2013) 26

Risikomanagement bei der Maschinenfabrik Reinhausen GmbH Die Maschinenfabrik Reinhausen (MR) setzt sich mit Beschaffungsrisiken permanent und kritisch auseinander. Durch gezielte Methoden und Prozesse im Einkauf, der Logistik und der Qualität werden diese Risiken analysiert und bearbeitet. Managementsysteme im Lieferantenmanagement Zur Kommunikation und zum Austausch mit ihren Lieferanten setzt die MR eine internetbasierte Portallösung ein, in der alle Anfragen, Angebote und Qualitätsthemen der Beschaffung kommuniziert und ausgetauscht werden. Diese Plattform (oder Portal) steht den registrierten und interessierten Lieferanten auf der Webseite der MR zur Verfügung: https://www.reinhausen.com/de/desktopdefault. aspx/tabid-203/2408_read-6690/ Damit soll eine sichere und vertrauensvolle Kommunikation aufgebaut und eingerichtet werden. Risiken sollen für beide Seiten bereits im Austausch von Daten und wichtigen Geschäftszahlen minimiert und eingegrenzt werden (Risikovermeidung). Das in Abbildung 10 Bild dargestellte Supplier-Excellence-Modell (SEM) zeigt den Beschaffungsprozess der MR. Dabei werden alle Schnittstellen zum Lieferanten – von der Lieferantenauswahl bis zur Beendigung der Geschäftsbeziehung – aufgezeigt. Das Modell enthält folgende Phasen: 1. Klären von Beschaffungsvorgaben 2. Lieferanten suchen und auswählen 3. Realisierung des Produktbezuges 4. Sicherstellung der Lieferzuverlässigkeit 5. kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) 6. Beendigung der Geschäftsbeziehung und Substitution Abbildung 10: Supplier-Excellence-Modell (SEM) für den Beschaffungsprozess der Maschinenfabrik Reinhausen (Bild: Maschinenfabrik Reinhausen) Zu Beginn einer Geschäftsbeziehung wird eine Lieferantenselbstauskunft über das Portal eingeholt und diese bei der Qualifizierung technisch und kaufmännisch verifiziert. Gegebenenfalls wird zusätzlich eine Fremdauskunft zum Abgleich und zur Bewertung der Eigensicht des Lieferanten eingeholt. Differenzen oder Abweichungen dieser Bewertungen sind besonders zu betrachten und eventuell auch mit den Lieferanten zu analysieren und diskutieren (Risikominimierung). Regelmäßige Besuche und Audits verifizieren den bekannten Stand und zeigen eine Stabilität in der Belieferung und/oder mögliche Abweichungen möglichst frühzeitig auf. 27

Sammlung

PCP vs. Innovationspartnerschaft
Strategisches Lieferantenmanagement
Innovationspolitische Eckpunkte
Anwendung von Werkzeugen der innovativen öffentlichen Beschaffung in der Praxis - Eine Analyse der TED-Datenbank

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