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PCP vs. Innovationspartnerschaft

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Die KOINNO-Publikation "Vorkommerzielle Auftragsvergabe vs. Innovationspartnerschaft: Abgrenzung zweier Instrumente der innovativen öffentlichen Beschaffung" ist in Kooperation mit der Universität der Bundeswehr München entstanden.

Dienstleistungen

Dienstleistungen Finanzierung „Prototypentwicklung“ und „Test-Serie, Hochfahren der Produktion“ von Nachfrageseite getätigt werden. In diesem Zusammenhang fallen die im Zuge dieses Dokuments zu analysierenden Beschaffungsverfahren bzw. –instrumente der vorkommerziellen Auftragsvergabe und der Innovationspartnerschaft. 3 Begriffe die häufig im Bereich der Innovationsförderung bzw. der Vergabe von Fördermitteln der EU fallen, sind neben den Begriffen „Pre-Commercial Procurement“ (PCP; vorkommerzielle Auftragsvergabe) und „Public Procurement of Innovation“ (PPI, öffentliche Beschaffung von Innovationen), welche in diesem Dokument genauer beleuchtet werden, die Begriffe „Research and Innovation Action“ (RIA) und „Coordination & Support Actions“ (CSA). Diese beiden Ansätze stellen keine Innovationsförderungsmaßnahmen der Nachfrageseite dar, sondern beziehen sich auf die Angebotsseite bzw. schließen sogar F&E-Leistungen von der Förderung aus (CSA). Diese sind folglich nicht weiter relevant für öffentliche Vergabe- / Beschaffungsstellen. Angebotsseite Forschungsschub Angebotsseitige Maßnahmen Produktentwicklung Nachfrageseite Sogwirkung des Marktes Nachfrageseitige Maßnahmen Unterstützung durch Risikokapital: U.a. öffentliche bzw Unterstützung für private Wagniskapitalfonds Politische Maßnahmen: U.a. Cluster-Politik, frühzeitige & klare Artikulation von politischen Zielen (bspw. Förderung e-Mobilität) Steuerliche Maßnahmen: U.a. Reduzierung der Unternehmenssteuern um Aufwendungen für F&E Regulierung & Vorschriften: U.a. Setzen von Standards und Innovationszielen (bspw. Umweltschutz), Technologieplattformen Unterstützung öffentlicher Forschung: U.a. Universitäten oder öffentliche Forschungseinrichtungen, Vertragsforschung Öffentliche Beschaffung/Nachfrage: U.a. Beschaffung von Forschungsleistungen, Einkauf innovativer Produkte und Hochtechnologie Unterstützung für Training & Mobilität: U.a. Ausbildung von Wissenschaftlern, Kurse für Unternehmensgründer, Industriepraktika Fördergelder für private Forschung: U.a. Unterstützung privater F&E-Bemühungen, Innovationspreise, rückzahlbare Förderungen Unterstützung privater Nachfrage: U.a. Nachfragesubvention und steuerl. Vorteile für Endverbraucher (bspw. Abwrackpramie), Artikulation und Zusammenfassung privater Bedarfe für den Markt, Sensibilisierung und Training privater Verbraucher, katalytische Beschaffung Information und Kontaktvermittlung: U.a. Firmenkontaktbörsen/Matchmaking, Anfertigung von Studien, Patentdatenbanken Netzwerkmaßnahmen: U.a. Einrichtung von Business/Science Parks, Inkubatoren, Staatl. Technologie-Visionen Abbildung 2: Angebots- und nachfrageseitige Maßnahmen der Innovationsförderung 4 Das Vorbild der beiden Instrumente ist in den Vereinigten Staaten zu finden. Diese geben jährlich ca. 49 Mrd. Dollar, zum Teil über die „Small Business Innovation Research“-Initiative (Innovationsforschungsprogramm für Kleinunternehmen), für die Beschaffung von F&E-Leis- 3 Vgl. Europäische Kommission (2009) 4 Agbeleitet von Edler, J./Georghiou L. (2007), S. 953 3

tungen durch Instrumente ähnlich der vorkommerziellen Auftragsvergabe und der Innovationspartnerschaft aus. In Europa hingegen liegt der für gleiche oder ähnliche Vorhaben verwendete Betrag mit 2,5 Mrd. € pro Jahr bei einem Bruchteil. 5 So sollen die EU-Mitgliedsstaaten seit 2011 im Rahmen der Selbstverpflichtung Nummer 17 der Innovationsunion „Europa 2020“ für derartige Verfahren der F&E-Beschaffung ein Volumen von insgesamt 10 Mrd. € pro Jahr verausgaben. 6 1.3 Definition der innovativen öffentlichen Beschaffung Der verwendete Begriff der innovativen öffentlichen Beschaffung (IÖB) orientiert an dem in der Literatur definierten Begriffen der „innovativen Beschaffung“ der Europäischen Kommission (2006) 7 und der „innovationsfreundlichen Beschaffung“ nach Uyarra & Flanagan (2010) und Knutsson & Thomasson (2013). 8 Die IÖB beinhaltet somit zum einen den Teilbereich der Beschaffung von innovativen Produkten. Zum anderen ist aber auch die innovative Ausgestaltung des Beschaffungsprozesses als Ansatzpunkt definiert, welcher sich durch den Einsatz verschiedener Technologien, Management-Tools und organisatorischer Anpassungen auszeichnet. Dadurch wird letztendlich der Beschaffungsprozess effektiver gestaltet und begünstigt wiederum das Ziel der Beschaffung innovativer Produkte. Beide Teilbereiche beeinflussen sich zudem, da zum einen die Beschaffung innovativer Produkte den innovativen Beschaffungsprozess begünstigt und umgekehrt der innovative Beschaffungsprozess die Grundlage für die Beschaffung innovativer Lösungen bildet: Innovative öffentliche Beschaffung (IÖB) Beschaffung von Innovationen Abbildung 3: Grundprinzip der IÖB begünstigt ist Grundlage Innovativer Beschaffungsprozess Durch die zwei Fokusbereiche der IÖB werden letztendlich die folgenden Zielstellungen verfolgt, welche sich wiederum in operative und strategische Zielstellungen aufteilen lassen: Wirtschaftlichkeit: Bei umfassender Betrachtung der Lebenszykluskosten und Leistungsgrößen kann die Beschaffung innovativer Produkte und Dienstleistungen langfristig Kosten sparen bzw. den letztendlichen Nutzen erhöhen und dadurch wirtschaftlicher sein. Es geht darum, das beste Verhältnis aus Leistung und Kosten sicherzustellen, z.B. durch niedrigere Kosten für Energie und Wasserverbrauch, den Verbrauch von Hilfs- und Betriebsstoffen oder zur Entsorgung der Produkte. 5 Vgl. Bos, L. (2015) 6 Vgl. KOM(2010) 546, Leitinitiative der Strategie Europa 2020 Innovationsunion 7 Dieser Begriff wird als „innovative approaches in practice and procedures of procurement which results in innovative contractual arrangements” definiert. Diese sollen dabei helfen, Innovationen zu beschaffen. In diesem Rahmen werden unter anderem Tools und Instrumente wie die Lebenszykluskostenrechnung, die Bedarfsbündelung, Value Engineering, Test- bzw. Pilotprodukte, die funktionale Leistungsbeschreibung, der Wettbewerbliche Dialog, die Zulassung von Nebenangeboten etc. angeführt. 8 Dieser Begriff erweitert das bloße Ziel Innovationen zu beschaffen und zu fördern, um eine Prozessperspektive. Der innovationsfreundliche Beschaffungsprozess soll das Angebot für zu beschaffende Produkte erhöhen und so die Beschaffung innovativer Produkte begünstigen. Dies betrifft vor allem die Prozessstufen Bedarfsmanagement und Beschaffungsmarktforschung. 4

Sammlung

PCP vs. Innovationspartnerschaft
Strategisches Lieferantenmanagement
Innovationspolitische Eckpunkte
Anwendung von Werkzeugen der innovativen öffentlichen Beschaffung in der Praxis - Eine Analyse der TED-Datenbank

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