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PCP vs. Innovationspartnerschaft

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Die KOINNO-Publikation "Vorkommerzielle Auftragsvergabe vs. Innovationspartnerschaft: Abgrenzung zweier Instrumente der innovativen öffentlichen Beschaffung" ist in Kooperation mit der Universität der Bundeswehr München entstanden.

3. Lösungserprobung /

3. Lösungserprobung / Test: Nach erfolgreicher Entwicklung des Prototyps, soll das entwickelte Produkte bzw. die Lösung getestet und deren Anwendbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Innovativität evaluiert werden. Die Ergebnisse dieser Evaluation bilden mit der Vergütung dieser Prozessphase den Abschluss des PCP-Verfahrens dar. 4. Public Procurement of Innovation (PPI) – Beschaffung von Innovationen: Die kommerzielle Beschaffung findet in einem gesonderten Schritt bzw. Vergabeverfahren statt. Nach Abschluss des PCP-Verfahrens kann der öffentliche Auftraggeber eigenständig entscheiden, ob er die entwickelte Lösung beschaffen will oder nicht. Die Durchführung dieses Vergabeverfahrens fällt wiederum unter die vergaberechtlichen Regelungen, wobei nicht vorgegeben ist welches Verfahren der öffentliche Auftraggeber zu wählen hat. Im Zuge dessen sollten die Erfahrungen des PCP-Verfahrens zwar in das Vergabeverfahren einfließen, es können grundsätzlich alle interessierten Anbieter ein Angebot abgeben. Die Vergabe sollte dabei ebenfalls auf Basis der Wirtschaftlichkeit erfolgen und sowohl Kosten- als auch Leistungsgrößen berücksichtigen. 19 Eine Abgrenzung bzw. Gegenüberstellung von PCP und PPI erfolgt im nächsten Kapitel. 19 Vgl. Europäische Kommission (2006); Procurement of Innovation Platform (2016); Andrecka, M. (2015) 11

2.1.4 Abgrenzung PCP vs. PPI PCP vorkommerzielle Auftragsvergabe PPI Öffentl. Beschaffung von Innovationen Wann? Warum? Wie? Herausforderungen und Bedarfe, welche bis zu endgültigen kommerziellen Nutzung noch weitere F&E-Leistungen benötigen. Die Problemstellung bzw. die Anforderungen an die Leistung sollten klar definiert sein, aber unter den konkurrierenden Lösungen / Lösungsansätzen hat sich noch keine durchgesetzt bzw. als überlegen erwiesen. Eine Festlegung auf die Beschaffung eines bestimmten Produktes bzw. einer bestimmten Lösung ist noch nicht möglich (PPI). Der öffentliche Sektor beschafft F&E- Leistungen mehrerer Anbieter im Wettbewerb zueinander, um die Entwicklung entsprechend seiner Bedarfsspezifikation steuern zu können, um Informationen und Wissen hinsichtlich der Vorund Nachteile alternativer Produkte und Lösungen zu bekommen, Lock-In-Effekte zu verhindern und die Wettbewerbskräfte zur Verfügbarmachung einer hochinnovativen und wirtschaftlichen Lösung zu nutzen. Der öffentliche Sektor beschafft F&E- Leistungen parallel von mehreren Anbietern (mind. 2), um alternative Lösungsansätze zu vergleichen. Im Zuge eines wettbewerbsorientierten Entwicklungsprozesses wird das Ergebnis in mehreren Schritten (Design, Prototyp, Test-Serie / Beschaffung) bzw. Zwischenbewertungen evaluiert. Dabei werden sowohl Nutzen als auch Risiken mit den Anbietern geteilt, um eine breite Kommerzialisierung nach dem Ende der Entwicklungsphase zu ermöglichen. Innovative Produkte, die am Markt verfügbar (auch Herausforderungen und Bedarfe, welche schon in kleinen Mengen auf dem Markt verfügbar sind und noch keine große Marktdurchdringung haben) bzw. kurz (< 1 Jahr) vor der Markteinführung / Kommerzialisierung stehen Es sind keine weiteren F&E-Leistungen mehr notwendig, da die Innovation schon bspw. niedrigere Kosten, eine höhere Effizienz oder anderen zusätzlichen Nutzen im Vergleich zu bestehenden Lösungen bietet. Die Problemlösung ist abgeschlossen. Der öffentliche Sektor agiert als Erstkunde / frühzeitiger Anwender / Erstkäufer (Lead User) neuer und innovativer Produkte und Lösungen welche noch vergleichsweise neu am Markt verfügbar sind bzw. kurz vor der Markteinführung stehen. So kann er u.a. einen ersten Anwendungsfall bzw. Referenz darstellen, was es den Anbietern vereinfacht weitere Kunden zu generieren. Der öffentliche Sektor agiert als Moderator und Katalysator für innovative Produkte und Lösungen, indem er eine kritische Masse an Bedarf darstellt bzw. bündelt. So kann er eine Kommerzialisierung innovativer Produkte und Lösungen vorantreiben und den Anbietern eine Produktion im industriellen Maßstab ermöglichen. Durch diesen Ansatz können Anforderungen hinsichtlich Preis/Kosten und Qualität/Leistung besser erreicht und weiter optimiert werden. Nachdem die notwendige Wirtschaftlichkeit erreicht ist, werden die innovativen Produkte und Lösungen beschafft. Tabelle 1: Abgrenzung der vorkommerziellen Auftragsvergabe und der Beschaffung von Innovationen 20 20 EAFIP (2017), S.8f 12

Sammlung

PCP vs. Innovationspartnerschaft
Strategisches Lieferantenmanagement
Innovationspolitische Eckpunkte
Anwendung von Werkzeugen der innovativen öffentlichen Beschaffung in der Praxis - Eine Analyse der TED-Datenbank

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