Aufrufe
vor 1 Jahr

PCP vs. Innovationspartnerschaft

  • Text
  • Beschaffung
  • Beschaffung
  • Bmwi
  • Koinno
  • Innovationspartnerschaft
  • Pcp
  • Innovativ
  • Beschaffung
  • Auftraggeber
  • Anbieter
  • Innovation
  • Entwicklung
  • Auftragsvergabe
  • Markt
  • Procurement
  • Kommission
  • Innovative
Die KOINNO-Publikation "Vorkommerzielle Auftragsvergabe vs. Innovationspartnerschaft: Abgrenzung zweier Instrumente der innovativen öffentlichen Beschaffung" ist in Kooperation mit der Universität der Bundeswehr München entstanden.

Vorkommerzielle

Vorkommerzielle Ausschreibung Zwischenbewertung Zwischenbewertung Kommerzielle Ausschreibung 2.1.3 Prozess Der PCP-Prozess bildet die typischen Phasen eines Produktinnovationszyklusses ab. Die Zwischenbewertungen sowie die Entkoppelung der Aufträge an die Entwickler von der Auftragsvergabe für eine eventuelle spätere kommerzielle Einführung der Lösung, sollen Risiken minimieren und die beste Lösung auswählen: Vorkommerzielle Auftragsvergabe (PCP) öffentl. Beschaffung von Innovationen (PPI) Firma A Firma B Firma C Firma D Firma E Firma C Firma D Firma E Firma D Firma E Firma A, B, C, D, E oder X Phase 0 Phase 1 Phase 2 Phase 3 Phase 4 Vorbereitung des PCP und der Ausschreibung Lösungserkundung Lösungsentwicklung Lösungserprobung Kommerzialisierung des Produkts/Dienstleistung (Markteinführung) Produktidee/ Bedarf Design Prototyp Test-Serie Kommerzielle Endprodukte Abbildung 4: Schematischer Ablauf der vorkommerziellen Auftragsvergabe 16 0. Vorbereitung des PCP und der Ausschreibung: Dieser Prozesschritt umfasst u.a. die beiden vorgelagerten Prozessschritte des Bedarfsmanagements und der Markterkundung. Startpunkt weiterer Aktivitäten ist die Identifikationen eines Bedarfs, welcher nicht durch existierende Produkte und Lösungen gedeckt werden kann. Daraufhin ist ein umfassendes Bild der Marktstruktur nötig, woraufhin schon relevante Teilnehmer am PCP identifiziert werden sollten (siehe Kapitel 3.1.2). Anschließend sollten die notwendigen Anforderungen an eine potenzielle Lösung funktional definiert werden und die Eckpunkte des PCP-Verfahrens (Finanzmittel, Verfügbarkeit von Personal qualitativ/quantitativ, Aufteilung der Eigentums- und Nutzungsrechte sowie Risiken etc.) definiert werden. In einem weiteren Prozessschritt wird die Ausschreibung des PCP-Verfahrens angestoßen und relevante Anbieter kontaktiert bzw. zur Teilnahme eingeladen. Ziel der Ausschreibung ist es mindestens zwei Teilnehmer bzw. Anbieter von F&E-Leistungen zu finden. Dabei sollte darauf geachtet werden, die Eignungskriterien möglichst weit zu fassen, um KMUs bzw. Start-Ups nicht von dem Verfahren auszuschließen. Dies ist im Vergleich zu den gängigen Vergabeverfahren einfacher möglich, da PCP nicht unter die Anforderungen des Vergaberechts fällt. Die Prinzipien hinsichtlich Transparenz, Nicht- Diskriminierung und Wettbwerb sollten allerdings trotzdem gewahrt werden. Die Auswahl der Wettbewerber für das PCP-Verfahren sollte auf Kriterien beruhen, die objektiv und relevant in Bezug auf die ausgeschriebene Sache stehen. Neben der Wirtschaftlichkeit und des Preises sind bspw. folgende Kriterien zu beachten: 16 Europäische Kommission (2006) 9

Qualität: Bezieht sich auf die Qualifikation/Eignung des Anbieters das in der Ausschreibung formulierte Problem zu lösen. Ebenfalls bezieht sich dieser Punkt auf den Neuheits- und Innovationsgrad der angebotenen Lösung sowie der technischen Machbarkeit. Ausführung: Bezieht sich auf die Qualität und Effektivität des vorgeschlagenen F&E Projektplans und der eingesetzten Ressourcen. Auswirkung: Bezieht sich unter anderem auf den Mehrwert für die Gesellschaft und die Wirtschaft sowie auf den Detaillierungsgrad und die Gründlichkeit des erstellten Markteinführungs-Plan des Bieters. 17 Ebenfalls muss die beschaffende Stelle über die maximale/optimale Anzahl der Wettbewerber innerhalb des PCP-Prozesses entscheiden. Die Anzahl muss anhand des gewünschten Grades der Wettbewerbsintensität und der Anzahl der verfügbaren Anbieter abgewogen werden. Eine Empfehlung bzgl. der Anzahl der Anbieter für den PCP-Prozess liegt grundsätzlich bei vier in Phase 1, drei in Phase 2 und zwei in Phase 3. Um die Intention der wettbewerblichen Entwicklung des PCP-Verfahrens nicht zu konterkarieren, sollten mindestens zwei Anbieter in Konkurrenz stehen. Diese Prozessphase wird durch den Abschluss eines Rahmenvertrags (nicht zu verwechseln mit dem Begriff des Rahmenvertrags bzw. der Rahmenvereinbarung nach §21 VgV) mit mind. zwei Teilnehmern des PCP-Verfahrens abgeschlossen, welcher u.a. die spezifischen Unterverträge der 3 Phasen Lösungserkundung, Lösungsentwicklung und Lösungserprobung einer Lösung vereint und zusätzlich folgende Aspekte beinhaltet: PCP-Ausschreibungsunterlagen. Angebot des Bieters mit Angabe der Arbeitspakete und Teilaufgaben, der „Milestones“ sowie der Kosten- und Liefertermine. Vereinbarung über Nutzenbeteiligung der beschaffenden Stelle und des Zulieferers. Kennzahlen, die der Anbieter im Zuge der Zwischenbewertungen am Ende der drei Phasen zu übermitteln hat. 18 1. Lösungserkundung: Die PCP-Teilnehmer starten den Entwicklungsprozess und eerforschen eigenständig und unabhängig geeignete Lösungsansätze. Nach Abschluss des zuvor im Zuge des PCP-Vertrages festgelegten Entwicklungs-Zeitraums der ersten Phase, erfolgt ein Reporting der Zwischenergebnisse an den Auftraggeber und die Bezahlung der F&E-Leistungen gemäß des PCP-Vertrags. Der öffentliche Auftraggeber evaluiert die ersten Entwicklungsanstrengungen und kann ggbf. einen Teilnehmer aus dem Prozess eliminieren (bei zwei Teilnehmern sollte mit beiden die nächste Prozess- Phase angegangen werden). 2. Lösungsentwicklung / Prototyp: Im Zuge dieser Prozessphase werden die innovativen Lösungsansätze weiterntwickelt, sodass am Ende dieser Phase ein erster Prototyp zur Verfügung steht. Analog zur vorherigen Prozessphase werden die Ergebnisse zum Ende des vereinbarten Zeitraumes der Entwicklung an den Auftraggeber übermittelt und ie Anbieter vergütet. Es folgt eine weitere Zwischenbewertung, im Zuge dessen ggbf. ein weiterer Teilnehmer aus dem Prozess eliminiert werden kann. 17 Vgl. Procurement of Innovation Platform (2016) 18 Vgl. Europäische Kommission (2012) 10

Sammlung

PCP vs. Innovationspartnerschaft
Strategisches Lieferantenmanagement
Innovationspolitische Eckpunkte
Anwendung von Werkzeugen der innovativen öffentlichen Beschaffung in der Praxis - Eine Analyse der TED-Datenbank

© 2017 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie